Der heutige Sonntag begann unerwartet lebendig. Noch am Vormittag stand plötzlich ein guter Freund vor meiner Tür – mit einem breiten Grinsen und der Nachricht, dass seine 600er Bandit endlich läuft. Wochenlang hatte er daran gewerkelt, geflucht, geschraubt und gehofft – und nun, endlich, war der Moment gekommen.
Spontan beschlossen wir, das kaum erwartete, halbwegs freundliche Wetter zu nutzen und eine kleine Tour zu drehen. Ich bestieg mein MediaBike, die 1200er Bandit, und gemeinsam ließen wir die Motoren aufbrüllen. Das dumpfe, gleichmäßige Grollen begleitete uns über Landstraßen hinweg bis über die niederländische Grenze. Unser Ziel: Roermond, an der Maas mit ihren weitläufigen Seen.
Die Luft war klar, die Sonne ließ sich gelegentlich blicken, und keiner hätte am Tag zuvor – bei Regen und grauem Himmel – daran gedacht, überhaupt zu fahren. Aber genau das machte diesen Ritt besonders: ungeplant, ehrlich, einfach frei.
Nach einer kleinen Runde entlang der Maas ging es wieder zurück Richtung Grenze. Kurz hinter der Grenzstation war ein Tankstopp fällig – Tankdeckel auf, Benzingeruch in der Luft, Motorenbrummen ringsum. Dort erreichte mich dann die Nachricht: ein Verkehrsunfall in Erkelenz. Also machten wir uns kurzerhand auf den Weg dorthin – ein kleiner Sprung von Freizeit in Alltag, Arbeit rief.
Nachdem wir die Situation in Erkelenz hinter uns hatten, trennten sich unsere Wege. Mein Freund lenkte seine frisch wiederbelebte Bandit heimwärts, während ich mich mit meiner 1200er noch auf den Weg nach Heinsberg machte. Dort fand gerade das portugiesische Fest statt – Livemusik, der Duft von gegrilltem Fisch und die vertraute Wärme südlicher Lebensfreude.
Als die Sonne langsam unterging, machte ich mich auf den Heimweg. Ein Tag, der ganz beiläufig begann, hatte sich in eine perfekte Mischung aus Freiheit, Zufall und Weggefährtschaft verwandelt – typisch Motorradtag eben.




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