MediaBiker auf Sprit-Entdeckungstour – Ernüchterung in Belgien
Montag, 23. März 2026
MediaBiker auf Sprit-Entdeckungstour – Ernüchterung in Belgien
Kinderfest der U B A K A Rheinland in Heinsberg
Gestern war ich dann, zusammen mit meiner Frau, beim Kinderfest des Motorrad Verein Urban Bulldogs Against Kids Abuse - kurz U.B.A.K.A. in Heinsberg.
Hier trafen wir auch auf Marco - einen alten Bekannten der vor einiger Zeit in Heinsberg wohnte und nun an den Niederrhein gezogen ist. Daher nicht verwunderlich das er mit den Robin Hood Bikern und Trikern ebenfalls in Aphoven aufschlug.
Begeisterung bei den Besuchern des Kinderfestes die auch die Möglichkeit hatten auf den bereitgestellten Motorrädern, Trikes oder Quads, oder auch im Beiwagen ein Runde mitfahren zu können.
Und so verlief der Tag bei herrlichem (und Motorradtauglichen) Wetter.
Donnerstag, 19. März 2026
Einsatz in Saeffelen: Schwerer Motorradunfall auf der Selfkantstraße
Das Mediabike hatte gerade stillgestanden. Die Bildserien vom Unfall heute Morgen in Hückelhoven und die Aufnahmen vom Besuch in der Diskothek Himmerich waren gesichtet, sortiert, bearbeitet – das Material war raus an die Redaktionen, der Kaffee endlich eingeschenkt. Und dann: Nächster Einsatz. Unfall in Saeffelen, Motorradfahrer schwer verletzt.
Also: Tasche greifen, Helm auf, Kamera in den Rucksack, Zündung. Der Motor brummt, Blaulicht und Sirenen in der Ferne – schon klar, das wird kein Routineeinsatz sein. Über die Landstraße geht es Richtung Selfkant.
Vor der Shell-Tankstelle Stau - Fahrzeuge versuchen sich auf der engen Strasse zu drehen - für das MediaBike kein Problem - an der Einsatzstelle steht bereits ein Einsatzfahrzeug der Polizei, der Rettungswagen steht am Unfallort. Ein dunkler Pkw – Beifahrerseite eingedrückt und Front deformiert. Ein Motorrad steht auf der Strasse - irgendwer hatte es auf den Ständer gestellt - darunter Bindemittel. Die Feuerwehr hatte die Einsatzstelle bereits verlassen als ich ankam - es ist schon ein paar Kilometer bis in den Selfkant.
Nach ersten Informationen hat der Fahrer des Autos beim Abbiegen auf das Tankstellengelände den entgegenkommenden Motorradfahrer übersehen. Keine Chance, auszuweichen. Der Aufprall – frontal. Der Motorradfahrer liegt bereits versorgt im Rettungswagen, schwer verletzt, aber ansprechbar, sagen die Sanitäter. Sekunden später schließt sich die Tür des Rettungswagens, Blaulicht, Abfahrt Richtung Krankenhaus.
Die Polizei sichert Spuren, misst den Unfallort aus, während die Abschlepper die beiden Wracks aufladen. Die Straße ist voll gesperrt, Anwohner stehen an den Einfahrten, leise Gespräche, ein paar geschockte Gesichter. Immer wieder versuchen Autofahrer zu wenden.
Solche Einsätze haben jedes Mal ihre eigene Schwere. Es sind Momente, in denen Routine in den Hintergrund tritt und die Realität des Straßenverkehrs mit voller Härte zuschlägt. Ein Augenblick der Unachtsamkeit – und plötzlich verändert sich ein Leben vielleicht für immer.
Die Sonne steht tief über der Tankstelle, als die letzten Warnblinker ausgehen. Das Mediabike rollt an, zurück in Richtung Redaktion. Der Bericht ist im Kopf schon fast fertig – nur der Gedanke bleibt: Wie schnell kann aus einem normalen Nachmittag ein Einsatz mit Nachhall werden.
Abschied vom Himmerich – Eine Heinsberger Legende schließt ihre Türen
Meine persönliche Geschichte
Gestern, an einem unscheinbaren Mittwoch, erreichte mich eine Nachricht, die mich mitten im Alltag innehalten ließ: Die Diskothek Himmerich in Heinsberg-Randerath – ehemals bekannt als Haus Waldesruh – soll in wenigen Wochen schließen. Für viele in unserer Region ist dieser Ort weit mehr als nur ein Nachtclub. Es ist ein Stück Jugend, Erinnerung und Zeitgeschichte.
Neugierig geworden, begann ich am Abend zu recherchieren, ob an dem Gerücht etwas dran ist. Und tatsächlich – mehrere Hinweise im Umfeld bestätigen es: Die legendäre Diskothek steht offenbar vor ihrem Ende. Schon in der Corona Zeit war der Betrieb Pandemiebedingt unregelmäßig, die Besucherzahlen schwankten, und wie Insider berichten, ist der Aufwand, eine so große Anlage rentabel am Laufen zu halten, mittlerweile kaum noch zu stemmen.
Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Besuche dort – es muss irgendwann in der Mitte der 1980er-Jahre gewesen sein. Damals hieß der Club noch Waldesruh, und man konnte direkt rechts neben dem Gebäude parken, bevor die Zufahrt umgebaut wurde. Der Eingang war bescheiden, das Licht bunt und flackernd, und innen wartete eine Atmosphäre, die man in der Region sonst nirgendwo fand: Tanzfläche, Diskokugel, Nebelmaschine – und Musik, die noch live aufgelegt wurde, nicht digitalisiert wie heute.
Über die Jahrzehnte hinweg wandelte sich der Club mehrfach: Neue Ideen, neue Konzepte, neue Zielgruppen. Doch der Name Himmerich blieb und auch "Waldesruh" hängt heute noch am Gebäude – ein Synonym für Partynächte, Jugendlieben und den manchmal schmerzhaften Morgen danach.
In späteren Jahren führte mich mein Weg immer wieder zufällig dorthin – allerdings meist aus beruflichem Interesse. Ich erinnere mich an mehrere Einsätze in der Umgebung: schwere und auch tödliche Verkehrsunfälle in der Nähe des Himmerich, an die man sich ungern erinnert; und auch an die Zeit während der Corona-Pandemie, als auf dem großen Parkplatz ein gestrandeter Zirkus ausharren musste – ein Sinnbild stillstehender Zeiten.
Gestern Abend also, als ich die Nachricht von der bevorstehenden Schließung endgültig bestätigt fand, überkam mich eine merkwürdige Mischung aus Wehmut und Dankbarkeit. Es ist, als würde ein Kapitel regionaler Geschichte zu Ende gehen.
Ob und wie es mit dem Gelände weitergeht, ist bislang unklar. Vielleicht entsteht dort etwas Neues – oder der Ort wird, wie so viele andere kulturelle Institutionen, der Vergangenheit überlassen. Sicher ist nur eines: Der Himmerich war für Generationen aus dem Kreis Heinsberg ein Ort voller Geschichten, Begegnungen und Emotionen.
Und für mich persönlich bleibt er das Symbol einer Zeit, in der Musik, Menschen und Nächte noch ein kleines Stück unvergesslicher waren.
Mittwoch, 18. März 2026
Die Geschichte des MediaBiker
Die Geschichte der MediaBikes beginnt spannend – fast wie ein Stück regionaler Pressechronik auf zwei Rädern.
Am Anfang stand eine Honda CB 900 Bol d’Or – kernig, laut, zuverlässig. Mit ihr begann der Reporter, damals noch mit Kamera und Handy im Tankrucksack, seine ersten Einsatzfahrten zu Unfallorten und Blaulichteinsätzen im Kreis Heinsberg. Die Honda war schnell, aber auch schwer – sie machte klar: für echte Reportageeinsätze musste das Fahrzeug praktisch, wendig und robust sein.
Auf die Bold’Or folgte die Suzuki Bandit 600, das erste „echte“ MediaBike im modernen Sinne. Sie bot mehr Fahrkomfort und die nötige Wendigkeit im Stadtverkehr. Wochenend- und Nachteinsätze, Regenfahrten und kilometerlange Landstraßen gehörten nun zum Alltag – die Maschine war Mittel zum Zweck und treue Begleiterin zugleich. Und wichtig: Der Bandit verzeiht Fahrfehler.
Unzählige Fahrten zu Einsatzstellen wurden mit dem Bike zurück gelegt und die Bandit war ganzjährige unterwegs - Ausnahmen bei Unwetter, Schnee und Eis.
Später kam eine BMW K75 RT, ein Klassiker unter Tourern, mit Platz für Kameraausrüstung und Schutzschilden für lange Einsätze. In den Farben "grün weiß" war die BMW zuvor in der KRAD Staffel der Polizei in Dienst gewesen. Sie stand für eine Phase größerer Reichweite – Berichterstattung überregionale Einsätze und Fahrten bei fast jedem Wetter.
Nach einem schweren Fahrradunfall im November 2022 änderte sich vieles:
Die schweren Motorräder mussten weichen. Es folgte der Umstieg auf leichtere 125er Motorroller, die erstaunlich zuverlässig den Titel „Mediabiker“ festigten – als Reporterfahrzeug allerdings ohne einen gewissen Charakter und ohne die großen Augen von Zweiradfreunden die man sah wenn man die Honda oder den Banditen erwähnt.
Doch die Entwicklung ging weiter: zwei Suzuki Burgman 400, komfortabel und wendig, übernahmen den Dienst des MediaBike. Sie verbanden Geschwindigkeit mit Stauraum – ideal für Kameras, Stative und Notfallausrüstung.
Auf den beiden baugleichen Burgman Rollern (beide Bj 1999), die von mir beide "Herr Burgman" genannt wurden kamen auch viele Kilometer an Einsatzfahrten zusammen. Durch die schweren Verletzungen des Unfalls und den nun bleibenden Schäden an Wirbelsäule, Schulter und Beinwar ein Aufsteigen auf den Roller eine Leichtigkeit.
Schließlich kehrte mit einer Bandit 1200 die Kraft der Anfangsjahre zurück – ein Symbol der Rückkehr zur alten Stärke, diesmal mit Erfahrung, Technik und einem klaren Ziel: schnell vor Ort zu sein, professionell zu berichten, und sicher nach Hause zu kommen - sofern es die Umstände durch den Unfall dann auch zulassen.





